Lebensweise & Vermehrung
Die Rote Vogelmilbe legt eine rasante Entwicklung und Fortpflanzungsrate an den Tag:
- Ein Weibchen legt bis zu 50 Eier pro Woche.
- Unter optimalen Bedingungen (hohe Feuchtigkeit, Temperaturen über 20 °C) dauert der komplette Entwicklungszyklus nur 7 Tage.
- Milben können sich daher explosionsartig vermehren, wenn sie ungestört bleiben.
Da sie sich nicht dauerhaft auf ihren Wirten aufhalten, sondern nur zur Nahrungsaufnahme auf die Vögel klettern, sind sie schwer zu entdecken. Zudem können sie bis zu 9 Monate ohne Nahrung überleben, was eine Bekämpfung zusätzlich erschwert.
1.2 Wo kommt die Rote Vogelmilbe vor?
Die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) ist weltweit verbreitet und tritt überall dort auf, wo Vögel nisten oder gehalten werden. Besonders betroffen sind Geflügelställe, Volieren, Taubenschläge und Wildvogelnistplätze, da sie hier ein ständiges Nahrungsangebot findet.
Am häufigsten kommt sie in der Geflügelhaltung vor, wo sie sich in Ritzen, Spalten, Sitzstangen und Nestern versteckt. Vor allem in Bodenhaltungen und Volieren kann sich die Milbe durch die enge Nähe der Tiere schnell ausbreiten. Auch in Brutkästen und Nistplätzen von Wildvögeln ist sie oft anzutreffen.
Neben Hühnern, Wachteln und Tauben befällt sie auch andere Vogelarten wie Sperlinge, Stare und Krähen, die Milben in Ställe oder Gärten einschleppen können. In seltenen Fällen kann die Rote Vogelmilbe auch auf Säugetiere oder Menschen übergehen, wenn keine anderen Wirte verfügbar sind.
Da sie monatelang ohne Nahrung überleben kann, bleibt sie oft auch dann im Umfeld aktiv, wenn keine Vögel mehr vorhanden sind. Eine gründliche Reinigung und regelmäßige Kontrolle von Ställen und Nistmaterial sind daher entscheidend, um einen Befall langfristig zu vermeiden.
1.3 Wie gefährlich ist die Rote Vogelmilbe für Mensch & Tier?
Die Milbe bei Hühnern kann für betroffene Tiere erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Hühnermilben verursachen durch die nächtlichen Blutmahlzeiten Blutarmut (Anämie), Stress, Juckreiz und Schwächung des Immunsystems. Besonders bei Jungtieren und geschwächten Hühnern kann der Befall tödlich enden. Zudem sind betroffene Tiere nervös, unruhig und zeigen Verhaltensänderungen, was zu Legeleistungsabfall und Wachstumsstörungen führen kann. Die Hühnermilben-Bekämpfung ist für betroffene Tiere daher unabdingbar!
Auch für den Menschen kann die Rote Vogelmilbe unangenehm werden: Bei fehlenden Vogelwirten können sie Menschen befallen und juckende Hautreizungen und allergische Reaktionen verursachen. Diese sogenannten Pseudoscabies treten meist an Körperstellen auf, die in Kontakt mit Milbennestern oder befallenen Vögeln standen.
Eine direkte Übertragung von Krankheiten auf den Menschen ist bislang nicht nachgewiesen, jedoch können die Milben als Vektoren für Bakterien und Viren fungieren. Besonders in der Geflügelhaltung und Taubenschlägen ist eine frühzeitige Erkennung und gezielte Bekämpfung entscheidend, um gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier zu minimieren.